Skifahren – Der ultimative Anfängerguide 2020/2021

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Skifahren Anfänger

Ob Wiedereinsteiger oder Neuling, ob 8 Jahre alt oder 30 – um Skifahren zu lernen, ist es nie zu spät! Und ja nicht denken: „Auf der Piste kann ja jeder fahren, außer ich“, denn es gibt wirklich viele Menschen, die noch nie mit Ski gefahren sind, und auch diejenigen, die länger nicht auf den zwei Brettern den Hang hinunter gesaust sind, müssen erst wieder so richtig in Schwung kommen. Und immerhin ist Skifahren gesund, beugt Osteoporose vor, kräftigt die Muskeln und sowohl Gleichgewichtssinn als auch Koordination werden trainiert. Ganz abgesehen von der frischen, klaren Bergluft und den Glückshormonen, die beim Skifahren ausgeschüttet werden. Für Erwachsene ist Skifahren lernen nicht unbedingt schwieriger, als für Kinder – Erwachsene machen sich nur mehr Gedanken über Stürze und Unfälle. Aber diese lassen sich durch Aufmerksamkeit und vorausschauendes Fahren vermeiden, so ähnlich wie beim Autofahren. Auch beim Equipment und der Kleidung hat sich im Wintersport einiges getan, was das Skifahren für jede Altersgruppe angenehmer, komfortabler und sicherer macht. Hier also ein paar Tipps zum Skifahren lernen für Anfänger und Wiedereinsteiger.

  1. 1. Die optimale Skikleidung

Ein klarer Wintertag, verschneite Hänge und die Sonne, die vom Himmel lacht, können auf der Piste noch so schön sein, aber wenn die falsche Kleidung zum Skifahren gewählt wird, verliert man sehr schnell die Lust am Schneevergnügen. Die Wahl der optimalen Skibekleidung beginnt bereits bei der Unterwäsche: Natürlich ist spezielle Skiunterwäsche die beste Empfehlung, da diese eben eigens für die kalten Wintertage konzipiert wurde und dir trotz ganzheitlicher Körperbedeckung die notwendige Flexibilität ermöglicht. Die Skiunterwäsche besteht aus einem langärmligen Oberteil und einer langen Hose, der Stoff ist atmungsaktiv und bietet einen optimalen Feuchtigkeitstransport, falls du ins Schwitzen kommst. Zur Not tut es auch Thermo-Unterwäsche, allerdings ist diese oft nicht unbedingt atmungsaktiv und bei zu hoher Anstrengung kann es leicht geschehen, dass du fast in deiner Wäsche badest vor Nässe. Für ausreichend Wärme an den Füßen sorgen Skisocken. Über der Skiunterwäsche tragen viele Skifahrer noch ein normales langärmeliges T-Shirt oder einen Rollkragen-Pullover, manche nur den Skianzug bzw. Skihose und Skijacke – das richtet sich je nach individueller Temperaturempfindlichkeit. Für den Anfang solltest du nach dem Zwiebelprinzip gehen und sicherheitshalber mehr anhaben, denn ausziehen kannst du die überschüssige Kleidung immer noch. Schlimmer ist es, wenn dir gleich zu Beginn kalt wird. Ohne Skianzug bzw. Skihose und Skijacke, also nur in Jeans, solltest du auf keinen Fall auf die Piste! Weitere wichtige Accessoires sind noch Mütze, Schal und dicke Handschuhe. Wollhandschuhe sind nicht empfehlenswert, da sie durch den Schnee rasch nass und kalt werden. Auch wenn es beim Skifahren keine offizielle Helmpflicht gibt, sollten gerade Anfänger unbedingt einen Helm tragen, denn nur dieser kann vor etwaigen Kopfverletzungen bei Unfällen schützen. Ein guter Tipp sind auch Sonnenbrillen, die deine Augen vor der starken Höhensonne sowie vor Schneewehen schützen und dir freie Sicht ermöglichen.

  1. 2. Die Wahl des richtigen Skigebietes

Die meisten Skigebiete sind in Pisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Neben Kinderpisten bieten viele Skigebiete spezielle Übungspisten für Anfänger, die von den Kinderpisten abgetrennt sind, damit sich erwachsene Anfänger nicht ablenken lassen können. Leichte Pisten mit nicht mehr als 25% Gefälle sind in europäischen Skigebieten mit der Farbe Blau markiert. Du solltest dir also für deine ersten Schwünge ein Skigebiet aussuchen, das ein abgetrenntes Übungsgelände bietet und zumindest eine blaue Piste führt, denn meistens sind Ski-Anfänger bereits nach ein paar Tagen für die blaue Piste bereit. Auf keinen Fall ist es empfehlenswert, als Anfänger ein Skigebiet zu wählen, das nur mit roten (bis zu 40% Gefälle) oder schwarzen (mehr als 40% Gefälle) Pisten aufwartet. In Nordamerika sind die besonders leichten Pisten übrigens grün markiert, die blauen Pisten gelten dort als mittelschwer, die roten als schwierig und die schwarzen als besonders schwierig. Ideal ist beim Skifahren lernen ein Skigebiet mit einer ortsansässigen Skischule.

  1. 3. Sich vorab über Grundlagen des Skifahrens informieren

Dank unseres heutigen digitalen Zeitalters ist es möglich, Informationen zu jedem Thema im Internet zu finden. So auch über die Grundlagen und Techniken des Skifahrens. Wie sieht die passende Kleidung zum Skifahren aus? Welches Wintersportequipment ist sinnvoll? Was musst du beim Ski mieten beachten? Alle diese Fragen und auch, wie man sich das Skifahren selbst beibringen kann, werden im World Wide Web beantwortet. Letzteres ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn, wenn du dich zu sehr auf die digitale Technik verlässt und vielleicht bestimmte Vorgehensweisen nicht richtig interpretierst, kannst du dir viel Falsches aneignen. Das Wissen und die Unterstützung eines Skilehrers, der die Ängste sowie Fehler von Anfängern genau kennt und der dir auch zu konkreten Fragen Hilfestellungen leisten kann, ist einfach unersetzlich. Auch von einem nett gemeinten Crash-Kurs durch Freunde ist abzuraten.

  1. 4. Den Körper auf das Skifahren vorbereiten

Tägliche Sportübungen sind nicht nur vor einem Skiurlaub empfehlenswert, sondern sollten ohnehin ein Fixpunkt in einem gesunden Leben sein. Es gibt jedoch spezielle Übungen, die dir vor dem Skifahren helfen, besondere Muskelgruppen zu trainieren, die beim Skifahren besonders beansprucht werden. Natürlich sind die Beine diejenigen, die beim Skifahren am meisten leisten müssen. Spezielle Skigymnastik vermindert aber nicht nur das Risiko eines Muskelkaters, sondern kann auch Unfälle und Verletzungen vermeiden. Fünf einfache Power-Übungen, die du täglich ausführen solltest und sogar zwischendurch bei der Arbeit machen kannst, sind Kniebeuge, Seitstütz, Standwaage, Schwimmer und Bergsteiger. Der Ablauf bei Kniebeugen dürfte allgemein bekannt sein. Beim Seitstütz begibst du dich in die Seitenlage, stützt dich mit einem Unterarm und mit einem Bein am Boden ab und hebst den Arm und das Bein der anderen Seite ausgestreckt in die Höhe. Dann stemmst du ebenso den Körper etwas in die Höhe, bis Schulter, Becken und Knie der Unterseite eine Linie bilden. Halte diese Position für etwa 60 Sekunden. Bei der Standwaage stehst du zuerst mit beiden Beinen am Boden, verlagerst dann das Gewicht auf eines deiner Beine und streckst das andere nach hinten. Dabei geht dein Oberkörper nach vorne, was du noch mit deinen nach vorne gestreckten Armen unterstützt, bis dein Körper eine Art Waage bildet. Beim Schwimmer legst du dich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden und hebst sowohl beide nach vorne gestreckten Arme als auch beide nach hinten gestreckten Beine vom Boden ab. Halte diese Position für etwa 45 Sekunden. Eine hervorragende Übung, um Becken und Hüfte zu lockern, ist der Bergsteiger, bei dem du dich zuerst in die Position wie bei einer Liegestütze bringst, also beide Hände und Knie am Boden. Dann hebst du dein Becken nach oben, bis es mit Schulter und Hüfte auf einer Ebene ist. Nun schiebst du abwechselnd deine Knie nach vorne in Richtung des gegenüberliegenden Ellbogens. Achte darauf, dass sich kein Hohlkreuz bildet.

  1. 5. Skischule oder Skilehrer buchen

In den meisten großen Skigebieten gibt es hervorragende Skischulen, die auch Kurse für erwachsene Anfänger und Auffrischungskurse für Wiedereinsteiger anbieten. Deshalb keine Sorge, dass du vielleicht aus der Menge an kleinen Skianfängern herausragen könntest. Im Gegenteil, die Skikurse für erwachsene Anfänger und die Auffrischungskurse sind immer gut besucht, deshalb solltest du dir bereits rechtzeitig vorab eine Skischule aussuchen. Das kannst du ganz bequem auch von zu Hause aus machen, denn Skikurse buchen geht jetzt ganz einfach über das Internet. Es gibt außerdem die Möglichkeit, private Skilehrer zu mieten, die sich dann nur für dich Zeit nehmen und auf deine individuellen Bedürfnisse eingehen. Auch Freundesgruppen profitieren von den Kursen in Skischulen oder von einem privaten Skilehrer. Ganz abgesehen davon, dass das gemeinsame Üben sehr viel Spaß machen kann und erfahrene Skifahrer bei einem Skikurs oder bei einem professionellen Skilehrer ebenfalls immer etwas Neues lernen können. Skischulen und Skilehrer bieten außerdem oft spannende Ausflüge an und kennen die besten Orte sowie Empfehlungen in einem Skigebiet.

  1. 6. Ausrüstung zuerst vor Ort ausleihen

Wenn du dir nicht sicher bist, ob Skifahren eine neue Leidenschaft werden könnte, kannst du bei vielen Skischulen an Wochenend-Schnupperkursen für erwachsene Anfänger teilnehmen. In jedem Anfänger-Fall ist es besser, für die erste Zeit das Equipment zum Skifahren lernen vor Ort bei einem professionellen Skiverleih auszuleihen. Dort unterstützt man dich auch bei der Wahl der richtigen Größe der Ski sowie der Stöcke und die Bindung der Ski wird dementsprechend eingestellt. Bei einem Skiverleih findest du außerdem die neuesten Modelle, die immer gut gewartet werden. Ein Skiverleih erneuert die Ausrüstung regelmäßig, wodurch eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert wird.

  1. 7. Skischuhe immer anbehalten

Sobald du deine Skischuhe angezogen hast, solltest du sie den ganzen Tag über anbehalten, auch wenn du einen Einkehrschwung in einer Almhütte machst oder mit einer Gondel fährst. Es ist kein Problem, zwischendurch in den abfahrtsfreien Zeiten, zum Beispiel beim Mittagessen, die Schnallen der Skischuhe zu öffnen, um mehr Bewegungsfreiheit beim Gehen zu genießen. Der Grund dafür ist einfach: Die Skischuhe sind im Skikeller oder im Auto noch warm und das Material deshalb leicht biegsam. Deshalb passt sich der Skischuh dann genau deinen Füßen an. Ziehst du die Skischuhe irgendwo wieder aus, kann es passieren, dass diese kalt werden und dann nicht mehr den Tragekomfort bieten, wie zuvor.

  1. 8. Kein Alkohol auf der Piste

Vor allem als Ski-Neuling solltest du Alkoholgenuss während eines Tages auf der Piste unbedingt vermeiden. Du hast die Ski ohnehin noch nicht so gut unter Kontrolle und ein wackeliges Körpergefühl, da tut der Alkohol noch sein Übriges und Unfälle sowie Stürze sind fast vorprogrammiert. Außerdem erhöht Alkohol die Risikobereitschaft und lässt dich unvorsichtig werden. Der Mythos, Alkohol würde den Körper aufwärmen und gegen Kälte helfen, hält sich hartnäckig, denn in Wahrheit wird diese angebliche Wärme dem Körper nur vorgegaukelt. Deshalb gibt es ja die wunderbaren Après-Ski-Partys, denn „après“ ist französisch und heißt nichts anderes als „danach/nachher“. Und nach einem aufregenden Tag auf der Piste schmeckt der Glühwein gleich viel besser.

  1. 9. Von anderen Skifahrern auf der Piste lernen

Neben üben, üben, üben, hilft es beim Skifahren lernen auch, die anderen Skifahrer auf der Piste zu beobachten und dabei am besten jene, welche die schönsten Schwünge machen. Wie belasten sie ihre Ski? Wie ist die Körperhaltung in den Kurven und wie leiten sie die Schwünge ein? Wie setzen sie ihre Stöcke ein? Achte vor allem auf die runden und entspannten Bewegungen der erfahrenen Skifahrer, denn viele Anfänger neigen dazu, den Oberkörper und die Beine zu steif zu halten. Um jedoch den richtigen Schwung zu bekommen, muss dein Körper flexibel und leicht bleiben. Für eine gewisse anfängliche Leichtigkeit können auch Dehnungsübungen und schwingende Hüftbewegungen sorgen. Und nur keine Angst vor dem Hinfallen! Das gehört zum Skifahren einfach dazu und passiert auch erfahrenen Skifahrern. Auch das Hinfallen kann geübt werden – lass dich einfach auf der Anfängerpiste mehrmals im Stehen und dann im langsamen Fahren absichtlich hinfallen. Kinder müssen immerhin ebenfalls einige Male auf dem Hintern landen, bevor sie gehen lernen.

  1. 10. Regelmäßig Pausen machen

Da sich dein Körper erst an die Bewegung des Skifahrens und an die Bedingungen in den Bergen gewöhnen muss, sind regelmäßige Pausen sehr wichtig. Nicht umsonst passieren die meisten Unfälle am späten Nachmittag, denn die Skifahrer sind dann bereits müde und deshalb unkonzentriert. Auch ausreichend Flüssigkeit in Form von Tee oder Wasser sind für den Körper wichtig, damit der Sauerstoff besser transportiert werden kann und die Flüssigkeit aufgefüllt wird, die beim Schwitzen verloren geht. Deshalb: Auch wenn es sich gerade gut fährt, setz dich öfter mal einfach in die Sonne und genieße das Treiben, die Natur und die Berge.