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Drohnen fliegen Schweiz - Alles was Du darüber wissen musst

Wenn Du in der Ferne ein nahendes Surren hörst, ist es heutzutage ziemlich sicher eine ferngesteuerte Drohne mit Kamera. Der Trend zu Freizeitdrohnen, die zu privaten Zwecken eingesetzt werden, um beispielsweise spektakuläre Fotos vom Urlaubsort zu erhalten, ist nach wie vor ungebrochen.

Es ist aber auch gut, dass die ungebremste Nutzung der Drohnen in gewisse Schranken vom Gesetzgeber gewiesen werden, da es neben einer gewissen Lärmbelastung und Datenschutzproblematik auch gefährlich für den Flugverkehr sein kann.

Dieser Artikel soll Dir die wichtigsten Tipps und Grundlagen für die Nutzung von Drohnen in der Schweiz geben.

Wie in den meisten anderen Ländern in Europa, darfst du deine Drohne in der Schweiz aber nicht überall einfach steigen lassen. Deshalb gibt es eigene Verordnungen und Gesetze, die du unbedingt einhalten musst. Die jeweils aktuellen Regelungen unbemannte Luftfahrzeuge können über die Homepage des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) abgerufen werden.

Die derzeit geltenden Verordnungen sollen im Jahr 2021 mit einigen Neuerungen versehen werden. Ein entsprechender Erlass der EU bezüglich des Betriebs von Drohnen ist im Rahmen der Verordnung (EU) 2019/947 bereits ergangen, die Umsetzung wurde aber auch in der Schweiz aufgrund der COVID-19 Krise verschoben.

Aktuell geltende Regelungen zum Drohnen Fliegen in der Schweiz


Die Drohnen werden grob in drei Kategorien eingeteilt, wobei die freizeitmäßige Verwendung von Drohnen mit einem Gesamtgewicht bis zu 30 Kilogramm in die sogenannte „Offene Kategorie“ fällt, die nur in bestimmten Fällen eine Flugbewilligung erfordert. Das heißt, es ist weder eine Eintragung in ein Luftfahrzeugregister notwendig, noch muss die Drohne auf Lufttüchtigkeit geprüft oder ein Lärmzeugnis ausgestellt werden. Das gilt auch für die gewerbsmäßige Einsetzung von Drohnen bis zu 30 Kilogramm. Ist deine Drohne schwerer als 30 Kilogramm, musst du für alle geplanten Flüge deiner Drohne in der Schweiz eine Bewilligung beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) einholen.

Aktuell gelten beim Drohnen Fliegen in der Schweiz mit einer Drohne bis zu 30 Kilogramm die Durchführungsverordnungen der EU mit der Verordnungsnummer 923/2012 aus dem Jahr 2012 (Link) und sind in der Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien geregelt (Link). Das BAZL stellt auch online einen übersichtlichen Drohnenguide zur Verfügung, der in Kürze alle wichtigen Fragen beantwortet (Drohnenguide BAZL)

 
Keine Bewilligung ist für das Drohnen Fliegen in der Schweiz notwendig:

  • Bei einem Gesamtgewicht der Drohne bis zu 30 Kilogramm.

  • Bis zu einer Flughöhe von 150 Metern.

  • Wenn du die Privatsphäre anderer beachtest (ist in der Datenschutzverordnung unter dem Punkt „Videoüberwachung mit Drohnen durch Private“ geregelt).

  • Wenn du immer direkten Sichtkontakt mit deiner Drohne hast. Eine Ausnahme bildet der sogenannte FPV-Modus (First Person View), bei dem der Pilot eine Brille trägt, die ihm das Gefühl gibt, direkt im Cockpit der Drohne zu sitzen und ein Beobachter daneben steht, der direkten Sichtkontakt auf die Drohne hat.

  • Wenn du keine Menschen oder Tiere gefährdest.

  • Wenn du nicht über ein gesperrtes Naturschutzgebiet fliegst.


Eine Bewilligung von der in einer Region zuständigen Flugsicherheitsbehörde bzw. Flugplatzhalter ist für das Drohnen Fliegen in der Schweiz notwendig:

  • Ab einem Gesamtgewicht der Drohne von 30 Kilogramm.

  • Ab einer Flughöhe von 150 Metern.

  • Wenn du im Umkreis von 5 Kilometern rund um einen zivilen oder militärischen Flugplatz bzw. Heligport starten möchtest.

  • In unmittelbarer Nähe von laufenden Blaulichteinsätzen.

  • Wenn du über eine Menschenansammlung fliegen möchtest – du musst bis zu 100 Meter Abstand halten, außer, deine Drohne ist leichter als 500 Gramm, dann darfst du auch über Menschengruppen fliegen (ACHTUNG: Das ändert sich mit den neuen Regelungen ab dem Jahr 2021 - siehe unten). Für Drohnen ab 500 Gramm ist übrigens der Abschluss einer dementsprechenden Haftpflichtversicherung empfehlenswert.

  • Wenn du deine Drohne in der Schweiz ohne direkten Sichtkontakt fliegen möchtest, denn dadurch könntest du andere Flugobjekte gefährden. Ausnahme ist der bereits oben beschriebene FPV-Modus.


Welche neuen Regelungen sind im Jahr 2021 zu erwarten?


Die Neuerungen bezüglich des Drohnen Fliegens in der Schweiz betreffen:

  • Die Reduzierung der maximalen Flughöhe von 150 Meter auf 120 Meter.

  • Die Einführung eines Mindestalters von 12 Jahren für die alleinige Nutzung einer Drohne. Drohnenpiloten, die jünger als 12 Jahre sind, müssen in Begleitung einer mindestens 16 Jahre alten Aufsichtsperson sein.

  • Neu kommt außerdem ein unteres Gewichtslimit von 250 Gramm, statt den derzeitigen 500 Gramm. Allerdings dürfen dann überhaupt keine Drohnen mehr über Menschenansammlungen geflogen werden, auch nicht Drohnen unter 250 Gramm Fluggewicht.

  • Obwohl in der neuen EU-Verordnung auch eine Onlineschulung mit Prüfung für Drohnenpiloten verankert wurde, ist das für das Drohnen Fliegen in der Schweiz noch nicht vorgesehen. Möchte die Schweizer Regierung die EU-Regelungen jedoch wie bisher übernehmen, wird eine Ausbildungsregelung unumgänglich.

Bei einer missbräuchlichen Verwendung von Drohnen musst du mit hohen Geldstrafen rechnen. Außerdem kann jeder Halter von Luftfahrzeugen, seien es Heißluftballone, Modellflugzeuge oder Drohnen, für die von ihm möglicherweise verursachten Schäden haftbar gemacht werden. Sogar wenn jemand ohne dein Wissen mit deiner Drohne einen Schaden anrichtet, kannst du teilweise dafür belangt werden, außer du kannst nachweisen, dass du die Drohne sicher verwahrt hattest.

Laut dem Bundesgesetz über Luftfahrt können beim Nicht-Einhalten der oben genannten Regelungen Bußgelder in Höhe von bis zu 20.000 CHF fällig werden (Gesetz). Wie hoch die Strafe wirklich ausfällt, ist von der Schwere des Delikts abhängig und wird individuell entschieden. Die Anwälte beschäftigen sich zunehmend mit den jährlich steigenden Fällen von Verstößen gegen Verordnungen zum Drohnen Fliegen in der Schweiz. Folgende Informationen wurden auf der Website der Anwaltskanzlei Kraft Legal zu diesem Thema veröffentlicht (Kraft Legal):

  • Wenn du den Mindestabstand von 100 Metern zu einer Menschenmenge nicht einhältst und/oder deine Drohne in der Schweiz über eine Menschenmenge fliegen lässt, musst du mit einer Strafe von ca. 300 CHF rechnen.

  • Übersteigst du mit deiner Drohne die zugelassene Flughöhe von 150 Metern (ab dem Jahr 2021 sind es 120 Meter), kann dir eine Geldstrafe von 150 CHF drohen.

  • Lässt du deine Drohne in der Schweiz im Umkreis von 5 Kilometern eines Flughafens oder Heliports steigen, wirst du mit einem Bußgeld von ca. 150 CHF rechnen.

  • Fliegst du ohne Sichtkontakt zu deiner Drohne, können ca. 150 CHF fällig werden.

  • Falls du keine Haftpflichtversicherung für deine Drohne in der Schweiz vorweisen kannst, wirst du nicht bestraft.

Die Schweizer zivile Flugsicherung Skyguide ermöglicht es dir via Skymap die Bestimmungen zum jeweiligen Gebiet, in dem du starten möchtest, exakt abzurufen. Unter dem Link Mappe Luftkarte Drohne Skyguide findest du eine Landkarte bzw. Luftkarte, die es dir erlaubt, genau die Region auszuwählen, in der du deine Drohne in der Schweiz fliegen lassen möchtest. Beim Anklicken der markierten Flächen wird dir angezeigt, ob du eine Bewilligung benötigst und wenn ja, welche, oder ob ein Flugverkehr durch Drohnen im jeweiligen Gebiet überhaupt verboten ist. Außerdem kannst du über Skyguide auch bequem und schnell deine Fluggeräte registrieren lassen.

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