Harder Kulm – Hausberg von Interlaken

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Harder Kulm Sonnenuntergang Interlaken
Harder Kulm Sonnenuntergang Interlaken

Der Harder Kulm – Hausberg von Interlaken im Berner Oberland. Der Gipfel besteht aus einem Restaurant und wahrscheinlich die spektaktulärste Aussichtsplattform in der Jungfrauregion

  • Die Aussichtsplattform am Harder Kulm lässt das Panorama der gesamten Landschaft vom Brienzersee bis zum Ende des Thunersees und die südliche Bergkette der Viertausender sichtbar werden.
  • Zwischen April und Oktober ist eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten rund um den Harder Kulm
  • Ein Alpentierpark nahe der Talstation der Harderbahn ist jederzeit frei zugänglich.

 

Beliebte Aktivitäten auf dem Harder Kulm

Der Harder Kulm gilt in Interlaken als Hausberg. Von der Talstation der Harderbahn in Interlaken Ost ist er in weniger als zehn Minuten mit einer Standseilbahn zu erreichen und bietet einen Panorama- Ausblick auf die umgebende Landschaft.

Harder-Kulm-Aussichtsplattform
Harder Kulm Aussichtsplattform

Weit unter dem Kulm ist das Hardermannli als Gesicht mitten im Felsen erkennbar. Als Wanderziel ist der Harder Kulm in zweieinhalb Stunden erreichbar und nach einer Stärkung mit Aussicht ist die bequeme Rückfahrt mit der Harderbahn gesichert.

Umgekehrt kann auch mit der Bahn nach oben gefahren und herab gelaufen werden. Die Wanderung verkürzt sich somit auf zwei Stunden und ist sehr leicht zu bewältigen, da es nur abwärts geht. Kurz vor der Talstation befindet sich ein Alpenwildpark mit Steinböcken und Murmeltieren.

Wanderungen vom Kulm auf umliegende Ausflugsziele oder über den Harder Grat sind von April bis Oktober möglich. Das Panoramarestaurant am Harder Kulm ist in dieser Zeit immer dann geöffnet, wenn die Betriebszeiten der Harderbahn gelten.

Wanderungen zu Ausflugszielen, die vom Harder Kulm starten, beginnen entweder mit der Fahrt nach oben (auch um Kräfte zu sparen) oder beziehen die Wanderung zum Kulm mit ein. In diesem Video ist eine Wanderung ab Pavillon Hohbüel oberhalb der Talstation der Harderbahn nach Ringgenberg zu sehen. Sie kann mit einer Fahrt zum Harder Kulm vorab verbunden werden.

 

Sicherheit am am Harder Kulm:

Das Gestein des Berges ist „übergekippt“. Dies bedeutet, dass die jüngeren Schichten des Gesteins oberhalb der älteren Schichten liegen. Es handelt sich überwiegend um Kreidesedimente, die zu starken Steinschlägen neigen. Besonders in Zeiten der Schneeschmelze oder nach langen Regenfällen ist Vorsicht geboten. Steinschlagnetze, aufgeschüttete Schutzdämme und ein Frühwarndienst sorgen für Sicherheit.

 

Aussichtsplattform

Die Aussichtsplattform des Harder Kulm ist ein beliebtes Ausflugsziel und von Interlaken aus schnell zu erreichen. Der Zwei-Seen-Steg ragt spitz zulaufend in die Richtung der Berge und Seen. Er eignet sich durch seine Form zum Fotografieren in drei Richtungen.

Top of Interlaken Abendstimmung
Harder Kulm Abendstimmung

Der Brienzersee liegt auf der linken Seite, der Blick geht bis nach Giessbach mit den Wasserfällen im Westen hinter dem See. Nach Osten hin sind Iseltwald und die Gegend bis hin zur Schynigen Platte erkennbar. Weiter im Hintergrund sind die Berge Roteflue (2.296m) und Loucherhorn (2.230m) zu sehen, dahinter die höheren Berge Wildgärst (2.891m), Schwarzhorn (2.928m), Faulhorn (2.681m) und Reeti (2.757m).

Der Thunersee ist rechts zu sehen, die Berge Niesen (2362m) und Drunengalm (2408m) liegen gut sichtbar dahinter. Von der Aussichtsplattform aus sind die Ausflugsschiffe beobachtbar, die über die beiden Seen fahren.

Interlaken mit der Höhematte und dem Fluss Aare liegt zwischen beiden Seen und im Hintergrund ist die Gebirgskette der Viertausender sichtbar. Eiger, Jungfrau und Mönch sind als Dreiergespann gut von der Aussichtsplattform aus erkennbar, die weit über den Anhang hinausragt. In den Boden der Plattform wurde eine gläserne Platte eingearbeitet, die den Blick nach unten auf einen dichten Wald freigibt. Über den dreieckigen Ausschnitt sind der dichte Wald, Felder und Wiesen zu sehen.

 

Lage und Anreise mit der Harderbahn

Der Harder Kulm liegt oberhalb von Interlaken im Gemeindegebiet von Unterseen. Der Kulm wird von der Talstation in Interlaken in acht Minuten Fahrzeit mit der Harderbahn erreicht. Vom Bahnhof Interlaken Ost aus ist der Bahnhof der Harderbahn in zehn Minuten Fussweg über die Aare problemlos zu finden.

Die Harderbahn ist eine Standseilbahn, die im Jahr 1908 eingeweiht wurde. Sie besitzt die Besonderheit, dass sie nicht in einem direkten Weg nach oben fährt. Sie nimmt einen halbkreisförmigen Bogen am Berg und durchquert einen Tunnel. Die Fahrt selbst kann hier nachempfunden werden.

Daten zur Bahnfahrt:

  • Talstation auf 567 Metern Höhe
  • Bergstation auf 1.322 Metern Höhe
  • Gleislänge: 1.447 Meter
  • Höhenunterschied: 755 Meter
  • Durchschnittliche Steigung: 64%
  • Fahrzeit: 8 Minuten

Die Bahn fährt zwischen April und November. Der Fahrplan ist während dieser Zeit nicht einheitlich. Zwischen ca. 8 Uhr morgens und etwa 21 Uhr abends fährt die Harderbahn halbstündlich. Die Nachtfahrten entfallen ab Ende Oktober. Ab diesem Zeitpunkt pendelt die Bahn bis Ende November zwischen etwa 10 Uhr morgens und ca. 17 Uhr abends.

Zuletzt wurden die Wagen der Bahn im Jahr 2008 ersetzt. Während der Fahrt sind die Gipfel der Viertausender Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. Auch der tiefblaue Thunersee und der türkisfarbene Brienzersee werden bereits auf der Bergfahrt sichtbar.

Fahrten mit der Harderbahn sind einzeln als Wanderticket und in Kombination mit der Rückfahrt buchbar. Die Bergbahntickets sind persönliche Tickets. Sie sind nicht übertragbar und nicht erstattbar und sie sind ausschliesslich am gewählten Tag gültig. Vergünstigte Bergfahrt mit Swiss Travel Pass/GA.

 

Restaurant auf dem Harder Kulm

Das Panorama-Restaurant auf dem Harder Kulm ist mit einem roten Ziegeldach und einem passenden spitzen Türmchen versehen.

Panorama Restaurant Harder Kulm
Panorama Restaurant Harder Kulm

Das Restaurant verfügt über eine grosse Sonnenterrasse, die einen ähnlichen Blick bietet wie die Aussichtsplattform.

Das Restaurant hat

  • 80 Plätze im Parterre
  • 55 Plätze im Saal 1. Etage
  • 130 Plätze im modernen Neubau

Der Neubau ist mit Präsentationstechnik ausgestattet und kann exklusiv gemietet werden.

Erreicht wird das Restaurant über die Harderbahn, zu Fuss oder mit dem Auto.  Das Restaurant ist während der Bahnbetriebszeiten geöffnet.

Die aktuellen Angebote von Speisekarte, Vegetarischer Karte, Getränkekarte, Weinkarte und Kaffeekarte sind auf der Webseite einsehbar. Die warme Küche besteht vorwiegend aus Schweizer und italienischen Gerichten. Eine Attraktion ist das im Restaurant angebotene Cordon Bleu mit 650 g Gewicht. Burger und Kindermenüs gibt es ebenfalls.

Gruppen ab 15 Personen erhalten Speisen auf Vorbestellung. Gruppenmenüs und Gruppen-Genussmenüs sind in gesonderten Speisekarten vorhanden.

 

Wanderung zum Harder Kulm von Interlaken Ost über die Falkenfluh

Der zu den Emmentaler Alpen gehörende Harder Kulm liegt auf 1.321 Metern Höhe. Eine Wanderung mittlerer Schwierigkeit bringt Besucher in etwa 2,5 Stunden zu Fuss zum Harder Kulm.

Harder Kulm Interlaken Eiger Mönch und Jungfrau
Harder Kulm Interlaken Eiger Mönch und Jungfrau by Outdooractive

Der Weg führt vom Bahnhof Interlaken Ost an der Aare entlang zunächst zur Talstation der Harderbahn. Von hier aus geht der Weg in etlichen Kehren, die teilweise sehr steil sind, nach oben. Durch den Bleikiwald wird zunächst die Falkenfluh erreicht.

Die Falkenfluh ist ein Aussichtspunkt oberhalb der Stirn des Hardermannlis. Unterhalb des Geländers fällt der Fels direkt senkrecht nach unten und gibt einen Ausblick auf Interlaken und die Gipfelkette der Viertausender mit Eiger, Jungfrau und Mönch im Süden frei. Zwischen Briener- und Thunersee liegt das Bödeli.

Der weitere Bergweg ist gut ausgebaut und erlaubt einen angenehmen Aufstieg über eine weite Bergwiese. Hier reicht der Blick über den Thunersee bis zum Berg Niesen. An der Aussichtsterrasse des Bergrestaurants vorbei führt der breite Weg zur Bergstation der Harderbahn.

Fact sheet:

 

Der Weg ist ausgeschildert und sollte aus Sicherheitsgründen nicht verlassen werden. Das Wanderticket der Harderbahn erlaubt die Fahrt nach unten zu einem vergünstigten Preis.

 

Wanderung zum Harder Kulm über den Pavillon Hohbüel

Ein mittelschwerer Wanderweg führt von Interlaken Ost über den Pavillon Hohbüel zum Harder Kulm.

Der Weg beginnt links der Talstation der Harderbahn und führt über einige Serpentinen hinauf.  Auf einer kleinen Strasse führt der Weg weiter zum Pavillon Hohbüel am Ende der Strasse. Der Pavillon Hohbüel ist eine Aussichtsplattform. In entgegengesetzter Richtung geht der Weg weiter.

Er steigt allmählich an und führt am Hang entlang in Richtung Goldswil. Nach etwa zweihundert Metern kreuzt die Harderbahn den Wanderweg und kurz darauf die Naturstrasse. Kurz vor Goldswil geht es ab einer Lichtung auf einer befestigten Strasse weiter bis Goldswil.

Mit Blick auf das Burgseewli rechter Hand, dreht der weitere Weg nach links von der Strasse ab in den Wald. Nun verläuft er in entgegengesetzter Richtung zurück, geht nach dem Lärchenhain „Obere Bleiki“ schräg nach oben und erneut unter der Bahn hindurch.

Fact sheet:

Der Rastplatz auf 1.113 m Höhe oberhalb des Hardermannli ist erreicht. Bis zum Bergrestaurant sind es nun noch ca. zwanzig Minuten Fussweg.

 

Das Hardermannli und seine Sage

Das Hardermannli ist ein Felsengesicht im Harder, dem Hausberg von Interlaken. Es befindet sich mitten im Harderwald und unterhalb des Aussichtspunkts Falkenfluh.

 

Hardermannli Interlaken
Hardermannli Interlaken by pinterest

Über dieses Gesicht mit Nase, Augen, Mund und Schnurrbart gibt es verschiedene Mythen und Überlieferungen.

  1. Ein lustwandelnder Mönch: Der Mönch soll einem jungen Mädchen am Harder nachgestellt haben, das sich aus purer Verzweiflung den Berg hinunterstürzte. Die Strafe Gottes sei es gewesen, dass der Mönch nun auf ewige Zeiten auf diese Stelle seines Verbrechens herabschauen müsse.
  2. Der Abt Leonhardus des Klosters von Interlaken: Leonhardus, der Harder genannt worden sei, soll ein grausamer, auf den eigenen Vorteil bedachter Mensch gewesen sein. Er habe sich in eines Fischers Tochter verliebt und habe sie sich hörig machen wollen. Als sie schwanger wurde, habe sie Gift geschluckt und dem Vater gebeichtet. Der wütende Vater soll dem Harder den Schädel mit einem Beil gespalten haben. Im selben Moment habe es Blitze und Donnergrollen gegeben und Steine seien vom Berg gefallen. Anschliessend sei das Gesicht des Harders im Felsen sichtbar geworden. Es diene für die Bevölkerung des Bödelis als Mahnmal der schandhaften Taten des Abts.
  3. Der Riese Harder: Er soll gegenüber den Waldbewohnern, vor allem den Zwergen, nicht nett gewesen sein. Als er schlief, hätten sich die Zwerge aufgemacht und ihm den Kopf abgeschnitten. Zum Zeichen ihres Sieges hätten sie diesen dann im Felsen aufgehängt.

 

Rundwege am Harder Kulm

Auf dem Harder Kulm gibt es mehrere Rundwege, die leicht zu bewältigen sind. Voraussetzung sind Bergschuhe mit griffiger Sohle. Bergstöcke erleichtern die Wanderung.

Sonnenuntergang Nebel Harder Kulm
Sonnenuntergang Nebel Harder Kulm by Outdooractive

Ein offizieller Rundwanderweg beginnt  auf 1.321 Metern Höhe am Panoramarestaurant. Er beginnt als breiter und steiniger Bergweg mit Steigung bis zum Hardergrat. Die Aussicht reicht vom Brienzersee über das Bödeli zwischen den Seen bis zum Thunersee. Die Gipfelgruppe von Eiger, Mönch und Jungfrau ist gut erkennbar.

Der Abstieg erfolgt auf einem schmalen Pfad gemächlich bis zum Wanniwald und auf dem weiteren Weg bis zum Elfenweg. Anschliessend geht es zurück zum Harder Kulm. Der Rundweg informiert unterwegs über kuriose Begebenheiten und unheimlichen Vorfällen am Weg. Der Rundgang ist zwischen April und Oktober begehbar. Er wird in der Panoramakarte der Jungfraubahnen als Wanderung 76 geführt.

Factsheet:

Ein weiterer Rundweg über etwa 2,3 Kilometer Länge führt durch den Luegiwald zu einem Aussichtspunkt auf 1.437 Metern Höhe. Der Weg beginnt zwischen der Bergstation der Harderbahn und dem Restaurant. Er dauert etwa eine Stunde und 40 Minuten und überwindet 182 hm Anstieg.

Fact sheet:

 

Trekkingtour über den Hardergrat bis zum Augstmatthorn

Diese anspruchsvolle Tour beginnt am Harder Kulm an der Bergstation der Harderbahn in Richtung Nordosten. Für ungeübte Berggeher ist eine geführte Wanderung anzuraten. Der Weg führt durch den Nadelwald und steigt stetig an. An einer Alpwiese ist die Aussicht auf Interlaken und die beiden Seen vor der Bergkulisse möglich.

Die weitere Trekkingtour über den Hardergrat führt weiter durch den Wald und anschliessend über den zunächst angenehm zu gehenden Grat. Ein steiler Anstieg geht in Richtung des 2.085 Meter hohen Berges Suggiture. Der Weg über den Grat ist teilweise sehr steil und es kann hier auf dem Wanderweg der nördlichen Grasflanke aufwärts gegangen werden.

Weiter oben angekommen, ist ein beeindruckender Blick auf den Brienzersee und die gesamte Bergwelt möglich. Das nächste Ziel ist der 2.137 m hohe Berg Augstmatthorn. Auf dieser Strecke sind häufig Steinböcke zu beobachten. Der Abstieg erfolgt nach Nordwesten zur Lombachalp.

Hardergrat - Augstmatterhon
Hardergrat – Augstmatterhon

Fact sheet:

Alternativ ist ein Abstieg östlich nach Oberried möglich, dieser Abstieg ist jedoch besonders anspruchsvoll. Er ist mit Drahtseilen gesichert.

 

Alpenwildpark und Grillstellen am Harder Kulm

Ein Besuch des Alpenwildparks kann mit einer Wanderung oder Bahnfahrt zum oder vom Harder Kulm verbunden werden. Er liegt etwa 200 Meter von der Talstation der Harderbahn entfernt und wird über den leicht ansteigenden Weg links der Bahnstation erreicht.

Alpenwildpark Steinbock
Alpenwildpark Steinbock by Interlaken Tourismus

Im Wildpark sind mehrere Gehege mit Steinböcken zu sehen, die in der Region (vor allem am Augstmatthorn) inzwischen wieder häufig vorkommen. Der Steinbock war in der Schweiz bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet und wurde im 1914 eröffneten Alpenwildpark gezüchtet und wieder ausgesiedelt. Die Gehege sind mit massiven Holzhäusern und grossen Steinhaufen und Stein-Platten ausgestattet, die Wege gepflastert und sauber.

Eine Murmeltierkolonie ist ebenfalls im Wildpark ansässig. Der Alpenwildpark ist täglich geöffnet und frei zugänglich. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gern angenommen.

Der Aussichtspunkt Hohbüel Pavillon befindet sich wenige Meter oberhalb. Neben dem Pavillon ist eine Grillstelle vorhanden, die von Wanderern genutzt werden kann. Etwa 50 Meter weiter im Wald ist ein zweiter Grillplatz, der zusätzlich mit Holzbänken ausgestattet ist. Die Aussicht geht von beiden Grillstellen über das Bödeli zwischen Brienzersee und Thunersee.

 

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