Kajakfahren

Auf ruhigen Seen die umliegenden Ufer betrachten und dem Plätschern des Paddels lauschen oder reissende Flüsse und Stromschnellen bezwingen: Kajak fahren ist in der Schweiz einer der populärsten Freizeit-Wassersportarten.

Das kleine Land gilt als Wasserschloss Europas und die alpine Landschaft ist von rauschenden Flüssen und abenteuerlichen Strömen durchzogen. Die perfekte Ausgangslage, um mit dem Kajak die wilde Natur und die aufregenden Gewässer der Schweiz zu erkunden und diese aktiv mitzuerleben.

Für wen ist Kajak fahren geeignet?

Das Besondere am Kajakfahren ist, dass beinahe keine Vorkenntnisse nötig sind, um eine der wunderbaren Routen mit dem kleinen Boot erleben zu dürfen. Kajak fahren eignet sich für jeden, der aktiv durch die verschiedenen Gewässer paddeln und zur selben Zeit die faszinierenden Charakteristika der wunderschönen Schweizer Natur erleben möchte.

Aufgrund der unglaublichen Vielfalt an Flüssen und Seen in der Schweiz existieren unzählige verschiedene Routen, die für Teilnehmer jeden Niveaus das passende Angebot bieten können.

Für Kinder und Anfänger eignen sich eher ruhigere Strecken oder gewisse See-Touren, während auf Fortgeschrittene und Abenteuerlustige auch reissende Flüsse und tobende Wasserfälle warten. Die Schweiz bietet jedem ein ganz besonderes Kajakerlebnis.

Kajakfahren kannst Du bei gewissen Anbietern sogar, wenn Du Nichtschwimmer bist. Allerdings gilt auch im Kajak: Sicherheit geht vor. Um das zu gewährleisten sollte der Guide immer über allfällige Beschwerden oder Erkrankungen (besonders Rücken, Muskeln, Gelenke o.ä.), sowie über das Schwimmlevel informiert werden. Somit kann die Route und die Ausrüstung nicht nur individuell angepasst, sondern auch das bestmögliche Erlebnis auf dem Wasser garantiert werden.

Kajakfahren auf dem Fluss
Kajakfahren auf dem Fluss

Wie funktioniert Kajak fahren?

Kajakfahren besteht in erster Linie aus Paddeln und Manövrieren. Das kleine, wendige Boot kannst Du durch die verschiedensten Wasserverhältnisse lenken. Dazu benutzt man beim Kajakfahren ein Doppelpaddel.

Man fährt ein Kajak entweder alleine oder zu zweit, ganz nach den eigenen Wünschen. Auf geführten Touren wird Dir nicht nur die beste und angenehmste Technik zum Paddeln gezeigt, sondern Du wirst dabei auch in alle Sicherheitsstrukturen eingeführt, damit eine sichere und gewissenhafte Fahrt garantiert ist.

Die Touren, die dem Level entsprechende Schwierigkeitsgrade aufweisen, führen dann über Flüsse und Seen, vorbei an verträumten Ufern oder über steilabfallende Wasserfälle. Ob gemächlich oder voller Adrenalin: die Schweiz bietet Menschen allen Alters und allen Niveaus die genau richtige Kajaktour an.

Kajakfahrt auf dem See
Kajakfahrt auf dem See

Kajak, Kanu oder Kanadier?

Verwirrung stiftet zumeist die Unterscheidung zwischen Kanu und Kajak, wobei es auch noch den sogenannten “Kanadier” gibt. Kanu ist im Grunde genommen der Oberbegriff für die kleinen, langezogenen Boote, unter die auch Kajaks und Kanadier fallen.

Dennoch werden Kanadier umgangssprachlich meistens als Kanu bezeichnet. Daher unterscheidet man im mündlichen Gebrauch in erster Linie zwischen Kanu und Kajak.

Verschiedene Kajaks
Verschiedene Kajaks

Zum einen sind die beiden Bootstypen aufgrund ihres Ursprungs zu unterscheiden: das Kanu stammt aus Nordafrika und wurde von den dort ansässigen Ureinwohnern zum Transport und zur Jagd benutzt während das Kajak von den Inuit für den Fischfang und das Fahren auf dem offenen Meer genutzt wurde.

Ein Kajak ist deutlich schmaler und flacher als ein Kanu und ist zudem gegen oben hin nicht komplett offen, sondern besitzt eine Art Sitzöffnung. Ein Kanu hingegen ist komplett offen und bietet daher mehr Stauraum und die Möglichkeit, auch im Knien fahren zu können. Das Kajak wird mit einem Doppelpaddel angetrieben und gesteuert, das Kanu mit einem Stechpaddel (Einzelpaddel).

Geht es ums effektive Fahren auf verschiedenen Gewässern wird für sportliche Aktivitäten, wie Wildwasserfahren, Flussfahren oder Ähnliches, bevorzugt ein Kajak genutzt, da es schneller und wendiger ist.

Kanus/Kanadier
Verschiedene Kanus

Wie sicher ist Kajak fahren?

Kajak fahren ist nicht nur ein populärer, aktiver und vergnüglicher, sondern auch ein sehr sicherer Sport. Statistisch gesehen ertrinkt in der ganzen Schweiz lediglich ein Paddler während dem Kajakfahren.

Die BFU (Bundesstelle für Unfallverhütung) zeigt sogar, dass beim Kajakfahren einfache Massnahmen zu einem komplett sicheren und spassigen Ausflug behelfen.

Um Deine Sicherheit während dieses atemberaubenden Erlebnisses also zu gewährleisten, musst Du ein paar einfache Dinge beachten:

Um sicher auf den Gewässern paddeln zu können, benötigt es Ausbildung. Von einem professionellen Guide geführt und angeleitet kannst Du den Kajakspass so richtig geniessen und bleibst dabei sicher. Der Schweizerische Kanu Verband stellt sicher, dass Kajak-Guides fachkundig ausgebildet werden und Dich in die Sicherheitsstrukturen des Wassersports einführen können.

 

Besonders in wilden Flüssen ist es wichtig, einen Helm und eine Schwimmweste zu tragen. In der Schweiz gilt sowieso eine Westenpflicht, angemessene Ausrüstung ist je nach Art der Tour unumgänglich.

Beim Kajakfahren sind zudem die Wetterverhältnisse und der Wasserstand wichtige Faktoren, die vor jeder Kajaktour gewissenhaft geprüft und angemessen beurteilt werden sollten.

Bei einer geführten Tour sorgen die ausgebildeten Guides dafür, dass Du Dich in sicheren Wetter- und Wasserverhältnissen und bestens ausgerüstet diesem wundervollen Wassersport hingeben kannst!

Wildwasserkajak
Wildwasserkajak

Kann ein Kajak kentern?

Ein Kajak ist sehr stabil und es benötigt ziemlich viel Kraft, um es zum Kentern zu bringen. Dennoch ist es natürlich möglich, dass ein Kajak kippt. Aber keine Angst! Zum einen ist es immer möglich, aus dem Kajak zu steigen, auch wenn es sich gedreht hat.

Falls Dein Kajak also kentern sollte, ist meistens ein Rausfallen und wieder Reinklettern angesagt. Befindest Du Dich in schnelleren und windigeren Gewässern, solltest Du Dich an die zuvor erlernten Anweisungen deines Guides halten. Dabei geht es im Grunde darum, Dich in die Schwimmweste zu lehnen, die Beine auszustrecken und Dich auf dem Rücken liegend vom Wasser treiben zu lassen, bis Du von deinem Guide erreicht wirst.

In solchen Fällen solltest Du Ruhe bewahren und auf die Sicherheitshinweise der professionellen Tourführer vertrauen. Auch hier gilt: werden die Sicherheitsvorgaben eingehalten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Deine Kajaktour das beste Wasser-Erlebnis Deines Lebens wird!

Kajakfahren
Kajakausflug

Ist es möglich, im Winter Kajak zu fahren?

Aber natürlich! In den letzten Jahren hat sich der Wassersport auch im Winter bewiesen. Im Winter ist es nämlich möglich, die idyllische Stille inmitten eines Sees zu geniessen, während die schneebedeckten Ufer an einem vorbeiziehen.

Zu dieser Zeit sind die wenigsten Wassersportler noch unterwegs, weshalb Du hier eine unvergleichliche Ruhe auf dem Wasser erleben kannst. Die eisigen Temperaturen und das kalte Wasser schrecken dabei aber keineswegs ab, denn es ist alles eine Frage der Ausrüstung! In warme Neopren-Kleider, einen Trockenanzug, Handschuhe und Kappe eingepackt, die Füsse durch warme und wasserdichte Schuhe geschützt und zum Proviant einen warmen Tee oder eine köstliche Suppe im Gepäck: schon kann es losgehen.

Die Vorbereitungen sind zwar etwas aufwändiger, aber es lohnt sich allemale! Im Winter mit dem Kajak unterwegs zu sein ist ein atemberaubender Moment, in dem die Natur und ihre gesamte Schönheit im Einklang stehen, und Du die wundervolle Ruhe auf dem Wasser erfahren kannst.

Auch im Winter sollten natürlich die Sicherheitsvorgaben eingehalten werden: trage unbedingt eine Schwimmweste, paddel nicht alleine, schliesse Dich als Anfänger einer Tour an und achte auf die Wetterverhältnisse, dann steht Deinem Winterzauber auf dem Wasser nichts im Weg!

Kajak im Winter
Kajak im Winter

Die Bezeichnung “Kajak” bedeutet “das Boot eines Jägers”. Viele uralte Völker, die in Wassernähe niedergelassen waren, nutzten das kleine Boot zur Jagd auf dem Meer, den Flüssen und auf Seen.

Die Inuit beispielsweise jagden in eisigen Gewässern mit Hilfe dieser wendigen Boote. Das Wintervolk filt zudem als Erfinder der Kajaks. Funde belegen, dass Kajaks mindestens seit 2000 Jahren gebaut und gebraucht werden.

Die Tradition der länglichen Boote, die zumeist für Einzelpersonen konzipiert waren, reicht also bis weit in unsere Vergangenheit.

Eisige Gewässer
Eisige Gewässer – Geburtsort der Kajaks

Ab dem 19. Jahrhundert kommt das Kajak auch nach Europa, wo es für die verschiedensten Arten von Training, Entdeckungstouren und Wasserüberquerungen diente.

Im Verlauf des Jahrhunderts erfreuten sich immer mehr Menschen an den wendigen Booten. Im 20. Jahrhundert schliesslich erlebt das Kajak als Sportboot den grossen Aufschwung. Die ersten Wildwasserfahrten werden durchgeführt, das Kajak wurde einerseits im wilden Meer, in ruhigen Seen und in reissenden Flüssen gefahren.

Der Kajaksport wurde 1936 als Disziplin bei den Olympischen Spielen in Berlin zugelassen und verschiedenste Herstellungsmethoden für Kajaks werden ausprobiert. Besonders wertvoll: seitdem Kajaks aus Kunststoff hergestellt werden, sind sie nicht nur preislich für jedermann erschwinglich, sondern auch durch das extraniedrige Gewicht ausgezeichnet für die aufgekommenen Arten des Kajakpaddelns geeignet. Das wendige Gefährt macht es möglich, sich diversen Gewässern und dort betriebenen Sportarten anzupassen.

Kajak
Kajak als Freizeitaktivität

Das anfängliche Nutzfahrzeug, das für die Jagd und den Transport eine Lebensgrundlage für viele Völker darstellte, hat sich im Verlauf der Zeit zu einem wahren Sport-Allrounder entwickelt. Gerade diese Vielfältigkeit, ob nun auf aufregenden Wildwassertouren, Wildniserkundungen oder auf glatten Seen, macht das Kajakfahren so populär und beliebt.

Die unglaublich vielfältige Nutzbarkeit des Kajaks machen es zum perfekten Begleiter für sportliche Wasseraktivitäten. Seit mehreren Jahren haben sich verschiedene Disziplinen entwickelt, die besonders aufgrund der Wasserverhältnisse und dem Schwierigkeitsgrad unterschieden werden.

Ausschlaggebend für Deinen Kajakstil ist, wo und in welchen Gewässern Du Kajak fährst/fahren willst. Andererseits können auch Deine Interessen den Ort und die Verhältnisse Deiner bevorzugten Kajakdisziplin bestimmen. Wichtig zu wissen ist auf jeden Fall: Kajakfahren ist nicht gleich Kajakfahren!

 

Kajaktouren

Für Anfänger eignen sich besonders die geführten Touren, die zumeist durch Seen, Kanäle oder grosse Flüsse führen. Das Besondere daran ist, dass Du auf diesen Touren keine oder nur wenige Hindernisse überwinden musst und der Schwerpunkt vor allem im Erleben der einzigartigen und meist unberührten Natur rund um die Ufer liegt.

Weil noch keine besonderen technischen Fertigkeiten vorausgesetzt sind, ist dies der perfekte Einstieg in den Kajaksport oder ein grandioser Ausgleich zum stressigen Alltag.

Das Paddeln durch diese eher ruhigen Gewässer ist eine aktive Möglichkeit, die Umwelt hautnah zu erleben und bietet sich besonders für Familienausflüge oder gemächliche aber dennoch sportliche Ausfahrten an.

Kajaktour
Kajaktour Schweiz

Seekajak

Für deutschsprachige Menschen etwas verwirrlich, bezeichnet das Seekajakfahren (engl. “Sea Kayaking”) das Paddeln in Küstengebieten im Meer. Hierbei paddelst Du auf dem offenen Meer, manchmal auch in Küstennähe, und versuchst, dein Kajak im Einklang mit den Gezeiten und Strömungen durch das Wasser zu steuern.

Es bietet sich Dir die Möglichkeit, abgelegene Küstenregionen zu erkunden, und an den richtige Stellen kannst Du sogar mit Flora und Fauna unberührter Gebiete in Kontakt kommen. Dass Seekajakfahren bedarf guter technischer Fähigkeiten und Sicherheit im Umgang mit dem Kajak.

Aufgrund der Brandung, den verschiedenen Wasserverhältnissen und den Strömungen solltest Du bereits Erfahrungen im Kajakfahren haben. Das Erlebnis ist aber sicherlich atemberaubend und an den richtigen Orten die ultimative Möglichkeit, mit der wilden aber wunderschönen Meereswelt in Kontakt zu treten.

Den Extra-Adrenalinkick verschaffen die in Küstennähe aufkommenden Wellen, auf denen erfahrene Kajakfahrer die Küsten entlang reiten. Mittlerweile hat sich daraus eine richtige Unterdisziplin im Seekajakfahren entwickelt: Beim “kayak surfing” stürzen sich Profipaddler in die grossen Wellen hinein.

Wildwasserkajak

Diese Disziplin bietet Dir die grössten herausforderungen im Kajaksport. Du bahnst Dir hierbei Deinen Weg durch reissende Flüsse, enge und schwere Ströme und teilweise sogar über tosende Wasserfälle.

Wildwasserkajak hat einen ganz besonderen Anreiz, denn Du begibst Dich in die wilden Stromschnellen und manövrierst das Kajak zwischen Felsen, starken Gefällen und Stromschnellen hindurch.

Um Wildwasserkajak fahren zu können, müssen Grundlagen im Kajakfahren vorhanden sein. Wildwasserkajak ist für Anfänger nicht geeignet, wobei auf Anfängertouren teilweise kleinere Hindernisse, die dem Stil des Wildwasserkajaks ähneln, befahren werden können. Kleine Wasserfälle oder kurze, einfachere Wildwasserstrecken können in Begleitung eines Guides auch auf Anfängerstrecken erlebt werden.

Das Wildwasserkajakfahren bietet einen wahren Adrenalinrausch und ist für wagemutige Kajakfahrer ein absolutes Muss.

Wildwasserkajak
Wildwasserkajak

Freestyle

Beim Freestylefahren, das zumeist mit Wildwasser oder Surfen verbunden wird, dreht sich alles um kleine Spielereien und Tricks mit dem Kajak. Diese Disziplin wird lediglich von Vollblutprofis durchgeführt. Zu den Tricks gehören Überschläge, sowie Back Flips und weitere waghalsige Manöver, die viel Übung, Erfahrung und Können erfordern. Den Profis dabei zuzusehen lohnt sich auf jeden Fall!