Canyoning

Beim abenteuerlichen Trendsport Canyoning bahnt man sich einen Weg durch die tiefen Schluchten (Canyons) gebirgiger Regionen und behilft sich dabei variantenreicher Fortbewegungsformen.

Von Klettern über Schwimmen, Tauchen und Rutschen, bis hin zu Springen und Abseilen ist alles dabei: eine wahre Abenteuerwanderung durch unberührte Natur und steile Schluchten! Neben dem unbestreitbaren Nervenkitzel steht besonders das hautnahe Erfahren der natürlichen Umwelt im Zentrum und macht diese Aktivität zu einem einzigartigen, aktiven und naturverbundenen Erlebnis.

Natürlich stellt sich in Bezug auf Canyoning die eine oder andere Frage, die wir Dir hier beantworten wollen.

Für wen eignet sich Canyoning?

Canyoning kann prinzipiell von jeder Person ausgeführt werden. Ausschlaggebend für die Eignung ist besonders die ausgewählte Schlucht, die über Schwierigkeitsgrad und Art der einzelnen Hindernisse entscheidet.

Die Schweizer Schluchten-Landschaft bietet glücklicherweise für jedes Level die perfekte Strecke. Einfachere Schluchten machen es möglich, dass jeder den Trendsport einmal ausprobieren kann, auch ohne Vorkenntnisse.

An vielen Orten werden auch Touren für die ganze Familie angeboten, wobei das Mindestalter für Kinder teilweise etwas variiert. Zumeist sollten Kinder aber mindestens 12 Jahre alt sein, um am Schluchten-Abenteuer teilhaben zu können.

Schwierigere Strecken in Schweizer Schluchten (besonders im Süden) sind besonders bei erfahrenen Kletterern und Schluchtwanderer beliebt, denn sie bieten spektakuläre und herausfordernde Ausflüge auf Profi-Level.

Es empfiehlt sich so oder so sehr, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, eine geführte Tour zu unternehmen und sich von ortskundigen Schluchtenwanderern zu den imposantesten und spektakulärsten Spots im Canyon bringen zu lassen.

Sportliche Voraussetzungen richten sich ebenfalls nach dem Schwierigkeitsgrad: je schwieriger der Canyon, desto ausdauernder und sportlicher muss man sein. Körperlich fit sollte man aber grundsätzlich sein, da auch auf leichteren Touren Trittsicherheit, Kondition und Fitness nötig sind, um sie zu bewältigen.

Die Gewichtsgrenze liegt meist bei 125kg und die Anforderungen werden zumeist mit “körperlich fit” betitelt. Die genauen Voraussetzungen, um Canyoning betreiben zu können, werden in den Allgemeinen Richtlinien Canyoning der Swiss Outdoor Association festgehalten.

Schwimmkenntnisse sollte man für die meisten Touren haben, sie sind aber auf sehr einfachen Strecken teilweise nicht notwendig. Auf diesen Anfänger-Touren ist es zudem in den meisten Fällen möglich, zu anspruchsvolle Elemente zu umgehen oder auf alternativen Wegen weiterzukommen.

Sobald ein etwas höheres Level angepeilt wird, sind Schwimmkenntnisse aber unumgänglich, um in die glasklaren Flüsse springen oder die natürlichen Wasserrutschen hinuntersausen zu können. Höhenangst ist für diesen Sport ebenfalls eher ungeeignet, da man sich regelmässig von hohen Klippen abseilt, von hochgelegenen Plattformen hinunterspringt oder allgemein in den Höhen der Schluchten zu klettern versucht.

Um in den Schweizer Schluchten also die abenteuerliche Welt des Canyonings erleben zu können, sollte man den Schwierigkeitsgrad der Schlucht beachten, körperliche Fitness und Schwimmkenntnisse mitbringen, keine Höhenangst haben und eine angepasste Tour buchen.

 

Wie funktioniert Canyoning?

Normalerweise wirst Du zu Beginn deines Abenteuers von den Guides in die verschiedenen wichtigen Elemente beim Canyoning eingeführt. Beim Canyoning fliessen viele verschiedene Formen von Fortbewegung ineinander.

Es werden Dir also Grundtechniken zu Abseilen, Springen, Rutschen und vieles mehr gezeigt. Die erfahrenen Guides können Dir bei Fragen oder Problemen helfen und sorgen dafür, dass deine Schluchtenwanderung zu einem absolut unvergesslichen Erlebnis wird. Danach bereitet man die mehrteilige Ausrüstung gemeinsam vor.

Um die Canyons abwandern zu können, benötigt man einiges an Equipment. Neben kompletter Neoprenkleidung (Anzug, Socken, je nach Wetter Jacke) sollte gutes Schuhwerk, ein alpintauglicher Helm, eine Rettungsweste und spezielle Canyoningausrüstung getragen werden. Die meisten Anbieter stellen eine solche Ausrüstung komplett zur Verfügung.

Man sollte meistens lediglich einen Badeanzug, eine Badetuch und einen kleinen Rucksack mitbringen. Je nach Anbieter unterscheidet sich das aber, daher sollte im Voraus geklärt werden, was mitgebracht werden muss.

Die meisten Basen befinden sich in der Nähe der Schluchten, die in kurzen Fahrten erreicht werden können. Beim Canyon angekommen und bevor es dann richtig los geht, werden letzte Sicherheitsanweisungen und Erklärungen gegeben.

Ab hier beginnt das Abenteuer: Klettern, Rutschen, Springen, Schwimmen und eine volle Ladung Spass in der Natur!

 

Wie sicher ist Canyoning in der Schweiz?

In der Schweiz sind gebuchte Touren immer von sehr kompetenten und erfahrenen Guides begleitet, was Canyoning sehr sicher macht. Befolgt man die Anweisungen der Gruppenführer und hält sich an die Sicherheitsvorschriften, steht einem unvergesslichen und tollen Schluchterlebnis nichts im Weg.

Zertifizierte oder bewilligte Anbieter finden sich beim BASPO (Schweizer Bundesamt für Sport). Wie die Ausbildung der Guides reglementiert ist und was sicherheitstechnisch zu beachten ist, findet sich auch in den Allgemeinen Richtlinien Canyoning der Swiss Outdoor Association.
Wie bei allen Aktivitäten im mittleren Risikobereich, unter die das Canyoning zumeist gezählt wird, besteht natürlich ein Verletzungsrisiko.

Ein Extremsport darf selbstverständlich nicht unterschätzt werden. Teilweise können sich Steine lösen oder man kann ausrutschen. Aber auch diese Risiken können minimal gehalten werden, indem man sich von den Führern anleiten lässt.

Um einen sicheren Canyoningtag zu gewährleisten, empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung einen professionellen Anbieter zu wählen, eine auf seine Fähigkeiten angepasste Tour zu wählen, sichere Ausrüstung zu tragen und nur bei stabiler Wetterlage durch die Schluchten zu wandern.

Eine Tour bei einem vertrauenswürdigen und bewilligten Anbieter stellt das Einhalten dieser Massnahmen sicher und garantiert Dir das höchstmögliche Mass an Sicherheit für diesen Natursport.

 

Wo und wann kann man Canyoning in der Schweiz betreiben?

Die Saison für Canyoning in der Schweiz kann auf ca. April oder Mai-Oktober eingegrenzt werden. In den südlicheren Gebieten beginnt die Saison wetterbedingt manchmal früher als im Mittelland. In den Sommermonaten ist der Wasserspiegel nicht zu hoch und Unwetter sind seltener anzutreffen, was ideale Bedingungen für eine Canyoning-Tour sind.

Jedoch gilt auch in der Sommerzeit, auf die Wetter- und Wasserverhältnisse in den Schluchten zu achten. Bei Gewittern, Regen oder Schneeschmelzen werden keine Canyoning-Touren durchgeführt, da die Wetterumstände zu hohe Risiken bergen. Ist das Wetter geeignet, steht in den Sommermonaten einer Canyoning-Tour in der Schweiz also nichts im Weg.

Die Canyons, in denen Canyoning betrieben werden kann, entstehen auf ganz natürlich Weise dadurch, dass sich fliessende Gewässer einen Weg durch die massiven Steinformationen bahnen und somit die steilen und schroffen Schluchten bilden.

Daher findet sich in einem Canyon auch fast immer ein Fluss oder ein WIldbach, der für dieses Naturspektakel verantwortlich ist und wunderschöne Wasserfälle sowie -becken zum Vorschein bringt. Besonders in alpinen Regionen, die auf Gestein basieren, finden sich solche Canyons. Das macht die Schweiz aufgrund ihrer gebirgigen Landschaft natürlich zu einem der Hot Spots.

Die beliebtesten Orte für Canyoning befinden sich einerseits in der Zentralschweiz, wo im Gebiet der Voralpen wunderbare Schluchten für Einsteiger und Familien vorhanden sind, andererseits rund um Interlaken und im Kanton Tessin.

Interlaken punktet besonders mit den zentral gelegenen Canyons, in denen auch Anfänger voll auf ihre Kosten kommen können. Bereits als Einsteiger kann man hier auf Abseilhöhen von über 10 Metern treffen, oder über ellenlange, natürliche Wasserrutschen schliddern.

Auch Sprunghöhen von sechs Metern in die klarblauen Wasserbecken bieten die Schluchten zwischen Thuner- und Brienzersee. Die bekannte Saxetenschlucht beispielsweise gehört zu den Highlights für Schluchtenwanderer rund um Interlaken.

Im Kanton Tessin kommen sogar Profis voll und ganz auf ihre Kosten. Die von den Alpen geprägten Regionen bieten Canyoning-Begeisterten herausfordernde und grandiose Strecken, die durch perfekt abgeschliffene Felsformationen und in smaragdgründe Wasserbecken führen.

Tiefe Felsspalten, hohe Wasserfälle, Abseilen von über 25 Metern Höhe und einfach traumhafte Blicke ins Tal machen die tessiner Schluchten, wie beispielsweise die Iragna oder die Boggera Schlucht, zu wahren Topzielen für den Canyoning-Sport.

Die Schweiz bietet so einige Hot Spots, um den beliebtgewordenen Actionsport zu betreiben. Es gibt für fast jeden und jede eine passende Route und passende Herausforderungen zu bewältigen. Eine Extraportion Spass gibt es natürlich auch noch dazu!

Canyoning ist für körperlich fitte Personen die perfekte Möglichkeit, der Natur auf eine ganz besondere Art und Weise näher zu kommen und dazu einen Adrenalinkick der Extraklasse zu ergattern.